Liebe Patientinnen und Patienten!

Anders als vor der Corona Pandemie bieten wir keine freie Sprechstunde mehr an – bitte vereinbaren Sie für jeden Ihrer Besuche bei uns einen Termin.

Telefonisch erreichen Sie unsere Praxis in der Zeit von MO, DI, DO von 07:00 bis 16:30 Uhr, MI und FR von 07:00 bis 14:00 Uhr.

Für den Start neuer Behandlungszyklen bitten wir Sie beiliegende Patienteninformation» zu lesen und als Zeichen Ihres Einverständnisses von beiden unterschrieben zum Therapiestart mit zu bringen.
Eine am 29.01.2021 veröffentlichte Information gynäkologischer und reproduktionsmedizinischer Fachgesellschaften
finden Sie hier im Download: Covid-19-Impfung von Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch»

Das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 wird uns sicher noch einige Zeit begleiten.

Deshalb beachten Sie bitte folgende Hinweise, um sich und andere zu schützen:
· Sollten Sie Symptome eines Atemwegsinfektes oder grippalen Infektes wie Husten, Schnupfen, Fieber, Muskel-
und Gelenkschmerzen haben, bitten wir Sie, uns unbedingt VOR Betreten der Praxis telefonisch zu kontaktieren.
· Sollten Sie innerhalb der letzten 14 Tage VOR geplantem Besuch in unserer Praxis Kontakt zu einer Person mit
bekannter Corona- Infektion gehabt haben, bitten wir um das Verschieben eines Behandlungsbeginns oder
eines Diagnostiktermins. Sollten Sie sich IM Behandlungszyklus befinden, informieren Sie uns. Das gibt uns die
Möglichkeit Sie weiterhin zu behandeln und weitere Maßnahmen zur Risikominimierung für uns und Ihre Mit-
patienten zu ergreifen.
· Bitte tragen Sie bei Besuchen in unserer Praxis eine Mund-Nase-Bedeckung.

Wir haben zwischenzeitlich Ausstattungs- und Organisationsstrukturen geschaffen, die eine Ansteckungsgefahr möglichst gering halten.

Wir bitten Sie, uns darin zu unterstützen – unabhängig vom Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist es notwendig, dass
· Sie den Mindestabstand von > 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten
· Sie weiterhin die Händehygiene beachten
· Sie nur in die Armbeuge niesen oder husten – das hilft uns allen!

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Wir danken für Ihr Verständnis und Ihre Kooperation.

Ihr Praxisteam

IVF (In-vitro-Fertilisation)

Die IVF (In-vitro-Fertilisation) bezeichnet das klassische Verfahren einer Befruchtung im Reagenzglas. Bei Vorliegen entsprechender Fruchtbarkeitsstörungen werden Befruchtungsschritte, die sonst im Eileiter und in der Gebärmutter ablaufen, außerhalb des Körpers im Labor durchgeführt. Im Folgenden können Sie die einzelnen Behandlungsschritte nachvollziehen.

Die Hormontherapie bei der Frau hat das Ziel, in einem Behandlungszyklus mehrere Eizellen an den Eierstöcken heranreifen zu lassen. Die Hormontherapie erfolgt durch tägliche Spritzengabe, die sich unsere Patientinnen nach sorgfältiger Anleitung selbst unter die Haut setzen können. Der Therapieerfolg wird durch Ultraschalluntersuchungen kontrolliert. Je nach Anzahl und Größe der Eibläschen erfolgt eine individuelle Anpassung der Hormondosis und die Entscheidung, wann die Eizellen aus den Eierstöcken abgesaugt werden (Follikelpunktion, s. u.). In diesen ersten 10–14 Tagen der Behandlung sind 2–3 Ultraschalluntersuchungen nötig.

Die Eizellgewinnung (= Follikelpunktion) erfolgt ultraschallgesteuert in einer kurzen Narkose von der Scheide aus. An diesem Tag benötigen wir auch eine frische Spermaprobe des Partners. Nach einer kurzen Erholungsphase kann das Paar die Praxis wieder verlassen.

Wichtig ist, dass das Paar bis zu diesem Zeitpunkt festgelegt hat, wie viele Embryonen zurückgesetzt werden sollen. Wir beraten Sie auch in diesem Punkt zuverlässig, sodass einerseits mit hohen Schwangerschaftsraten zu rechnen ist, anderseits aber auch Mehrlingsschwangerschaften verhindert werden

Damit 2–3 Tage später ein erfolgreicher Embryonentransfer durchgeführt werden kann, sind folgende Arbeitsschritte im Labor nötig:

Am nächsten Tag (ca. 16–18 Stunden nachdem Eizellen und Spermien gemeinsam inkubiert wurden) werden die Eizellen auf erfolgreiche Befruchtung kontrolliert. Dazu werden die Eizellen von ihren „Cumuluszellen“, kleinen wolkigen Zellnestern, in denen die Eizellen verpackt sind, befreit. Die erfolgreiche Befruchtung erkennt man daran, dass die Eizellen zwei sogenannte Vorkerne haben, kleine Grübchen in der Mitte der Eizelle, die im Mikroskop gut zu sehen sind. Diese Vorkerne entstehen nur dann, wenn eine Samenzelle in die Eizelle eingedrungen ist, sowohl Samen- als auch Eizelle ihr Erbmaterial ausgepackt und in der Mitte der Eizelle nebeneinander kondensiert haben. Eine Verschmelzung der Erbanlagen von Frau und Mann ist bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfolgt.

Am Tag der Befruchtungskontrolle wird entschieden, welche befruchteten Eizellen für den Embryotransfer weiter kultiviert werden und ob zusätzlich befruchtete Eizellen für die Kryokonservierung (s. u.) zur Verfügung stehen.

Nun erfolgt die Weiterkultivierung der für den Embryotransfer ausgewählten befruchteten Eizellen.

Nach 2 oder 3 Tagen erfolgt der sogenannte Embryotransfer. Das bedeutet, dass über einen flexiblen, dünnen Plastikschlauch 1 bis maximal 3 Embryonen im Mehrzellstadium in die Gebärmutter zurückgeführt werden. Hierfür ist keine weitere Narkose erforderlich. So hat ein Paar auch die Möglichkeit, diesen wichtigen Augenblick gemeinsam zu erleben.

Das Warten auf den Schwangerschaftstest empfinden die meisten Paare mit 14 Tagen vergleichsweise lang und damit auch anstrengend. Bis auf eine Unterstützung der Gelbkörperhormonbildung sind alle therapeutischen Bemühungen abgeschlossen, die Einnistungsschritte können nicht mehr weiter beeinflusst werden.

Nach Blutabnahme am Morgen des 14. Tages erhalten Sie mittags die Nachricht, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist.

Kryokonservierung

Es ist möglich, Keimzellen (Ei- und Samenzellen) in flüssigem Stickstoff bei einer Temperatur von – 196°C aufzubewahren, um sie zu einem späteren Zeitpunkt für fortpflanzungsmedizinische Maßnahmen zu verwenden.

Unter den folgenden Stichpunkten können Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten der Kryokonservierung informieren.

Kryokonservierung befruchteter Eizellen

Am häufigsten werden überzählige befruchtete Eizellen aus dem IVF – oder dem ICSI-Verfahren eingefroren, um sie für einen späteren Embryotransfer zu konservieren. Das hat für die betroffene Frau den Vorteil, dass keine erneute Eizellgewinnung erforderlich ist, um einen Embryotransfer durchführen zu können.
Eingefroren werden die befruchteten Eizellen im „Vorkernstadium“, d. h. einen Tag nach der Follikelpunktion, bevor es zur Verschmelzung von männlichem und weiblichem Chromosomensatz gekommen ist.
Notwendig ist dafür ein technisch aufwendiges, langsames Herunterkühlen der Eizellen, um die bei jedem Einfriervorgang entstehende Kristallbildung möglichst gering zu halten. Das Einfrieren und Auftauen überleben befruchtete Eizellen mit einer ca. 80%igen Chance.

Kryokonservierung von Samenzellen

Ebenso können Samenzellen aus der Samenflüssigkeit oder aus dem Hodengewebe kryokonserviert und aufbewahrt werden.
Unabhängig von einer bereits begonnenen Sterilitätstherapie besteht die Möglichkeit Samenproben bei uns einfrieren zu lassen, wenn die Gefahr einer Fruchtbarkeitsschädigung droht. Dies ist z. B. bei Männern der Fall, die aufgrund einer Krebserkrankung eine Chemo- oder Strahlentherapie durchführen lassen müssen. Chemo- und Strahlentherapien können das Hodengewebe so schädigen, dass nach Heilung der Krebserkrankung keine Spermien mehr in der Samenflüssigkeit nachweisbar sind.
Wenn zuvor Spermien kryokonserviert wurden (Spermabanking) und nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung die Zeugungsfähigkeit nachhaltig eingebüßt sein sollte, kann mit Hilfe des vor der Behandlung angelegten Samendepots noch viele Jahre später ein Kind gezeugt werden.
In manchen Fällen ist dann zwar die Hilfe eines Reproduktionsmediziners erforderlich, aber eine leibliche Vaterschaft ist gut möglich.

Nach Kryokonservierung von Spermien empfehlen wir ein Kontrollspermiogramm ca. ein halbes Jahr nach abgeschlossener Therapie. Wenn die Spermienproduktion erhalten geblieben ist, können die eingefrorenen Proben aufgetaut und verworfen werden.
Ein mehrstufiges Sicherheitssystem schützt vor Verwechslungen und Verlust.

Samenzellen können auch dann auf Wunsch eingefroren werden, wenn der Mann beruflich z. B. viel auf Reisen ist und eine Anwesenheit am Tag der Eizellentnahme seiner Frau nicht möglich ist. Die Kinderwunschbehandlung kann dann trotzdem erfolgen.

Kryokonservierung von Eizellen

Die Fruchtbarkeit zu schützen ist heute ebenso für Frauen möglich, auch wenn das Eizellbanking noch nicht sehr geläufig ist. Das liegt daran, dass diese Methode aufwendiger als bei Männern ist und erst in den letzten Jahren experimentell zur Anwendung gebracht wurde. Man benötigt hierfür eine hormonelle Vorbehandlung von ca. 14 Tagen und eine Entnahme der Eizellen durch Follikelpunktion.
Nach Kryokonservierung und Lagerung in flüssigem Stickstoff bei –196 °C stehen diese später für eine künstliche Befruchtung (IVF) zur Verfügung. Unbefruchtete Eizellen überleben das Einfrieren und Auftauen dank moderner Einfriermethoden (Vitrifikation) fast wie befruchtete Eizellen. Wenn die überlebenden Eizellen einer künstlichen Befruchtung zugeführt werden, kann man damit rechnen, dass ca. die Hälfte der Eizellen befruchtet wird.

Weltweit sind ca. 100 Geburten nach dem Einfrieren unbefruchteter Eizellen beschrieben. Auch wir bieten Ihnen bei Bedarf die Vitrifikation von Eizellen an. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit Eierstockgewebe einzufrieren, über die wir Sie gerne beraten werden.

Sprechen Sie uns bei Interesse doch an und lesen Sie gerne die von Frau Dr. Fißeler gestaltete Broschüre „Krebserkrankung und Kinderwunsch“ ».

Ein mehrstufiges Sicherheitssystem schützt vor Verwechslungen und Verlust.